Krähenbejagung im Februar

Die Drückjagdsaison ist beendet und für die meisten Schalenwildarten heißt es nun „Hahn in Ruh“. Doch die Jagdzeit ist noch nicht vorbei. 

Der Februar lässt viel Zeit, um in aller Ruhe die Niederwildhege zu fördern. Neben einer konsequenten Raubwildbejagung mit Falle oder Waffe, die unbedingt bis zum Ende des Monats durchgeführt werden sollte, ist jetzt der richtige Moment für eine effektive Rabenkrähenbejagung (Jagdzeit Niedersachsen 1. August bis 20. Februar).

 

Optimal ist die Bejagung in den frühen Morgenstunden. Die Krähen sind noch munter und hungrig. Da Krähen unheimlich schlau und skeptisch sind wird das Lockbild im Schutze der Dunkelheit aufgebaut und der gut getarnte Schirm unbemerkt bezogen. Beim Aufstellen des Lockbildes ist darauf zu achten, dass es natürlich wirkt. Anders als bei der Gänse- oder Taubenjagd benötige ich bei der Krähenjagd nicht zwangsläufig einen Bereich zwischen den Lockvögeln in denen die Krähen einfallen können. Es sollte allerdings schon darauf geachtet werden, dass die Krähen nicht alle in eine Richtung blicken.

Natürlich wirkt das Lockbild, wenn die Lockkrähen (je mehr desto besser) paarweise gleichmäßig verteilt angeordnet und ein bis zwei Späher mit einer Teleskopstange in eine erhöhte Position gesetzt werden. Eventuell zurückbehaltener Aufbruch verstärkt den Lockeffekt nochmals. Mit geeignetem Lockinstrumenten und etwas Übung kann ich vorbeistreichende Krähen auf das Lockbild aufmerksam machen. Die neugierigen Gesellen werden beidrehen und sich das Geschehen ansehen wollen. Sollten sie im Anflug abrupt abdrehen, muss ich mein Lockbild oder meinen Tarnung noch einmal überarbeiten. Krähen sind schusshart. Daher empfehle ich Schrote mit einer Stärke von 3 mm. Wie bei jeder Jagd mit der Flinte ist es wichtig die Nerven zu behalten und die Beute in jagdlich wirksame Schrotschussentfernung herankommen zu lassen. Die erlegten Krähen können hervorragend als weitere Lockvögel integriert werden.

Achtung:

Nur die Rabenkrähe (Corvus corone) hat eine Jagdzeit. Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) ist geschützt. Daher sollte ich die beiden Krähen nicht nur im Aussehen sondern auch im Flugbild voneinander unterscheiden können.


Rabenkrähe

- befiederter Schnabelansatz
- kommen häufig paarweise vor
- gerader Stoß im Flug

Saatkrähe

 - unbefiederter Schnabelansatz
 - leben in Kolonien
 - runder Stoß im Flug