Leitfaden Niederwildhege, intensive Jungfuchsbejagung

Die Prädatoren- oder Raubwildbejagung in einem Niederwildrevier sollte höchste Priorität haben, umdie Reproduktion des Nutzwildes zu fördern und den Beutegreiferdruck auf Jungniederwild zu reduzieren. Im Frühsommer liegt der Focus in der Bejagung der Jungfüchse. Denn  zu dieser Zeit ist es möglich Füchse effektiv am Bau zu  bejagen. Es gibt zwei Arten der Jungfuchsbejagung. Zum einen besteht die Möglichkeit vom Ansitz aus den Bau zu beobachten und die Jungfüchse selektiv mit einer kleinkalibrigen Kugel oder mit Schrot zu erlegen.

Bei dieser Bejagung besteht jedoch immer die Gefahr, dass nicht alle Welpen an einem Tag zur Strecke gebracht werden können und die Fähe über Nacht mit dem restlichen Geheck in einen anderen Bau umzieht. Zum anderen den Einsatz von Fanggeräten.

Wer   passioniert   Niederwild   Hegen   will,   dem   rate   ich   frühzeitig   bekannte   Fuchsbaue   und Möglichkeiten   der  Geheckaufzucht,   wie   z.B.   Holzstapel   oder Wegedurchlässe   in   ein Fuchsbaukataster  einzutragen.   Mit Hilfe dieser Daten, kann schon ab April kontrolliert werden welche Baue befahren sind. In die befahrenen Baue werden, solang sich das Geheck noch nicht weit vom Bau entfernt, unmittelbar Jungfuchsfallen eingesetzt und die unmittelbare Umgebung verstänkert, damit  die  Fallen nicht  von den Altfüchsen ausgegraben werden.  Die Jungfuchsfallen werden mindestens drei Mal täglich Kontrolliert. Bei warmen Wetter alle 2 Stunden. Es kann durchaus einige Tage dauern, bis der letzte Jungfuchs in die Falle gegangen ist. Etwas Geduld muss der Raubwildjägermitbringen. Denn der Fang aller Welpen ist ein entscheidender Faktor. Altfüchse unterscheiden nicht wie viele Jungen sie zu ernähren haben und bringen unvermindert die gleiche Menge an Beute an den Jungfuchsbau.

Daher bringt nur der Fang aller Welpen den Erfolg. Die Streckenzahl der Füchse am Jahresende ist nicht entscheidend, sondern der Zeitpunkt des Erlegens.

Bis 01.07. müssen 75% der Fuchsjahresstrecke erlegt sein.

Wenn dies nicht gelingt wird es schwierig sein die Niederwildbesätze zu stabilisieren. Ein Fuchs braucht 500 g Biomasse am Tag. Bei einer Jahresstrecke 2016/2017 von ca. 56 500 in Niedersachsen sind das etwa 28 Tonnen am Tag. Dem zufolge waren es im Jahr 16/17 10.220 t. Bei 1% Niederwildanteil der Nahrung des Fuchses wären das im Jahr ca. 102 t. Nach der Getreideernte muss sich bemüht werden, die nicht gefangenen Jungfüchse auf den Stoppeln zu erlegen und die vorhandenen Fallen im Revier scharf zu stellen. Wo es erlaubt ist werden ab dem Zeitpunkt der Ernte die Luderplätze wieder beschickt. Unbedingt daran denken, dass das Ludermaterial immer frisch ist. Mit Maden befallenes Fleisch nimmt der Fuchs nicht an. Da der Fuchs das Luder mit der Nase findet, wird dieses auch immer mit Erde bedeckt. Dies erspart zusätzlich unnötigen Konflikt mit Erholungssuchenden und die Krähen bleiben auch fern. Niederwildhege funktioniert nur revierübergreifend und gemeinsames Füchsesprengen im Winter oder der Gemeinschaftsansitz im Februar auf den Winterbalg stärken ja auch die jagdliche Kameradschaft, minimiert die Geheckdichte und somit die Prädation auf den Niederwildnachwuchs.

Dies waren nur einige Punkte zur Verbesserung der Niederwildbesätze. Sie sehen, es ist viel Arbeit. Wer diese aber nicht scheut und dem Raubwild mit den uns legale zur Verfügung stehenden Mitteln nachstellt, betreibt aktiven Artenschutz und viel Freude im Revier haben.Ich wünsche Ihnen viel Waidmannsheil

Ihr Tobias Möller
-Revierjagdmeister-